Ökumenische Initiative denkt Kirche anders: Aufpoppen, wo die Menschen sind

Waren Sie schon mal in einem Pop-up Store oder sind Sie schon mal auf einem Pop-up Fahrradweg gefahren? Nein? „Pop-up“ bezeichnet das plötzliche Auftauchen einer Aktivität, die nur für eine begrenzte Zeit existiert – meistens dort, wo viele Menschen sind. Ein Pop-up Store schließt seine Türen nach ein paar Wochen wieder, und auch der Fahrradweg steht Radlern nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung. Dieses Prinzip findet auch bei der Kirche Anklang, und nach Initiativen in Hamburg, Heidelberg und anderen Orten gibt es nun auch hier in der Region eine aktive Pop-up Kircheninitiative. (Autorin: Carolin Jendricke)

Gegründet im Jahr 2020, besteht die Gruppe „Pop-up Kirche – immer in Bewegung“ aus evangelischen und katholischen haupt- und ehrenamtlichen Christen und Christinnen im Kreis Offenbach, die gemeinsam ihren Glauben teilen, erlebbar machen und für Menschen da sein wollen. Ziel ist es, im Alltag der Menschen aufzutauchen und Akzente zu setzen, Denkanstöße zu geben, zum Austausch und Handeln einzuladen. Die Initiatoren wollen Kirche an anderen Orten erfahrbar machen, haben Spaß an der Gemeinschaft und sind offen für Neues und Altes - für Begegnung mit anderen. Die Gruppe versteht sich als ökumenischer Zusammenschluss, trifft sich in regelmäßigen Abständen und lebt von ihrer Flexibilität: Sich einbringen, wenn es Zeit und Kraft zulassen, sich rausziehen und nur begleitend da sein, wenn nicht, so die Devise. Dies überträgt sich auch auf die Projekte.

Auch wenn die Pandemiezeit den direkten Kontakt zu Menschen erschwert hat, konnten bereits einige Ideen umgesetzt werden: Im Spätsommer 2020 bauten die Mitglieder Stationen mit verschiedenen Themen auf, die einen beliebten Spazierweg rund um die Oberschweinstiege säumten, und kamen so mit vielen Menschen ins Gespräch. Durch einen Aufruf an Weihnachten konnten über 400 Weihnachtsgrüße an Bewohner in Alten-und Pflegeheimen übergeben werden. Zu Jahresbeginn wurden in Kooperation mit dem paritätischen Wohlfahrtsverband Kleidung und Hygieneprodukte für Bedürftige ausgeliefert, und im März waren Paare zu einem besonderen Abend rund um das Thema Liebe eingeladen.

Die Aktionen entwickeln sich aus aktuellen Themen: So hatten am Anfang des Jahres Mitglieder der Pop-up Kirche wahrgenommen, dass sich viele Menschen Gedanken darüber machten, wie man wohnungslosen Menschen helfen könnte, da diese besonders unter der Kälte und der Pandemie leiden. Daraus entstand in Rücksprache mit der hiesigen Wohnungslosenhilfe ein Spendenaufruf. „Es war beeindruckend zu sehen, wie viele Sachspenden bei uns abgegeben wurden und wie viele Menschen sich gefreut haben, dass sie helfen konnten“, stellt Nadine Hillabrand vom Caritasverband Offenbach fest. „Eine größere Geldspende konnten wir direkt weitergeben, um eine Industriewaschmaschine für die Reinigung von Schlafsäcken zu finanzieren. Wir sind dankbar für die Hilfsbereitschaft!“

 

Bilder der Aktionen: Der besondere Spaziergang – September 2020, (Fotos - Mitte - links und rechts), Weihnachtsgrüße gegen das Alleinsein - Dezember 2020, (Fotos - Oben - links und rechts), Spendenaktion für Wohnungslose – Februar 2021, (Fotos, Unten – links und rechts), Love is in the Air – März 2021, (Fotos – Mitte – oben und unten)

 

Die Lust des Teams auf weitere Aktionen ist groß, und die Mitglieder warten nur darauf, dass die Inzidenzzahlen weiter sinken und Begegnungen auch an belebten Orten wieder möglich sind. Alexander Albert, Gemeindereferent in der katholischen Gemeinde St. Christoph in Gravenbruch würde beispielsweise gerne einen Stationenweg rund um Gut Neuhof und die Stangenpyramide in Dreieichenhain aufbauen. „Ich bin neugierig, ob die erfolgreiche Initiative an der Oberschweinstiege auch an anderen Orten und mit anderen Themen funktioniert. Zugleich ist dieses Format für mich ein Paradebeispiel für die Pop-up Idee: Hingehen, wo die Menschen sind.“

„Ich fände eine Pop-up Kirchenaktion an einem Bahnhof spannend“, sagt Carolin Jendricke. „Hier kommen und gehen täglich so viele Menschen vorbei und sind auf dem Weg zu einem Ziel, manche aber vielleicht auch ziellos. Da bietet es sich doch an, etwas zu den Themen Aufbruch, Ankommen und Reisen zu machen“, so die Gemeindepädagogin, die im Evangelischen Dekanat Dreieich-Rodgau für innovative Erwachsenenarbeit zuständig ist.

Derzeit umfasst der Kreis acht Aktive verschiedenen Alters, unterschiedlicher Berufe, Wohn- und Arbeitsorte, wobei sich die Mitglieder besonders über Zuwachs aus Langen und Egelsbach freuen würden. Jeweils am letzten Dienstag im Monat haben Interessierte die Möglichkeit, bei einem offenen Treffen unverbindlich vorbeizuschauen – das nächste Mal am 31. August um 20 Uhr in der katholischen Kirchengemeinde St. Christoph in Gravenbruch. Nähere Informationen gibt’s bei Alexander Albert, Nadine Hillabrand und Carolin Jendricke.

 

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